Riester Rente: Für wen es sich lohnt und was sie beinhaltet

Riester Rentner auf dem Fahrrad
Mit der Riester Rente erhält man bares Geld vom Staat zur Unterstützung für die private Altersvorsorge

Altersvorsorge ist ein Thema für alle. Jeder muss sich darum kümmern, dass er im Alter genug zum Leben hat. Für die meisten gilt, dass die Altersvorsorge sich aus mehreren Quellen speist. Neben der gesetzlichen Rente gibt es die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge, sowie verschiedene Arten der privaten Vorsorgen. Für viele ist die Riester-Rente, benannt nach dem früheren Minister für Arbeit und Sozialordnung Walter Riester, eine der zusätzlichen Quellen neben der gesetzlichen Rente.

Walter Riester hatte damals die Förderung der freiwilligen privaten Altersvorsorge durch ein Zulagensystem vorgeschlagen. In dem System werden die privat und individuell erbrachten Leistungen durch Zulagen ergänzt. Beim Riester-System handelt es sich um ein „nudging-System“, in dem Individuen durch Anreize (to nudge: englisch für Schubs oder Stups) zu einem bestimmten Verhalten, in diesem Fall Sparen, gebracht werden. Die Zuschüsse gibt es für die Sparer bzw. Rentenberechtigten, sowie für ihre Kinder. Berufseinsteiger erhalten einen Bonus. Ehegatten von Berechtigten, die selbst nicht berechtigt sind, sind mittelbar berechtigt und können demnach ebenfalls in den Genuss der Förderung kommen. Über die Zulagen hinaus ergibt sich ein weiterer Effekt durch die steuerliche Absetzbarkeit der Einzahlungen aus dem Altersvorsorgevertrag.

Förderung und Absetzbarkeit der Riester Rente sind im Altersvermögensgesetz und im Einkommenssteuergesetz festgeschrieben

Der Anlass für die Initiative war damals die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung in den Jahren 2000 und 2001, als das Nettorentenniveau des „Eckrentners“ (45 Jahre Einzahlung ins System) von 70 auf 67 Prozent sank. Durch die Absenkung entstand eine Versorgungslücke. Für diese sollte ein Ausgleich geschaffen werden.

2019 bestanden bei den zertifizierten Anbietern 10,9 Millionen Verträge zum Sparen nach Riester. Die Anzahl der Riesterverträge war damit zuletzt rückläufig. Vor allem Banksparverträge und Versicherungsverträge leiden unter den niedrigen Zinsen. Wachstum verzeichnet vor allem der „Wohnriester“ Vertrag.

Wie hoch ist die Förderung in der Riester-Rente

Die Grundzulage beim Sparen nach Riester beträgt seit 2018 pro Person 175 Euro. Für Kinder gibt es einen Zuschuss von 185 Euro (für bis Ende 2007 geborene Kinder) bzw. 300 Euro (für ab 2008 geborene Kinder). Die Riester-Beiträge können von der Steuer abgesetzt werden, so dass sich eine zusätzliche Förderung ergibt, die sich nach dem persönlichen Grenzsteuersatz richtet. Je höher dieser ist, umso höher ist der Fördereffekt. Der Mindestbeitrag, den der Riester-Sparer selbst erbringen muss, liegt bei 4 % des Jahresbruttoeinkommens des Vorjahrs. Darüber hinaus ergibt der Spareinsatz keine zusätzliche Förderung.

Die folgende Beispielrechnung zeigt eine typische Familiensituation:
Der Ehemann verdiente im letzten Jahr 50.000 Euro brutto, 4 Prozent dieser Summe ergeben 2000 Euro. Der Ehemann erhält die Grundzulage von 175 Euro. Die Kinderzulagen gehen an die Mutter bzw. Ehefrau.

Der Mindestbeitrag zur Riester-Rente liegt somit bei 1.825 Euro jährlich oder rund 167 Euro monatlich.

4% vom Bruttogehalt: 2000 EUR Zulage: minus 175 EUR Mindesbeitrag: 1.825 EUR

Ehefrau: Die Ehefrau verdiente im letzten Jahr 40.000 Euro, 4 Prozent dieser Summe ergeben vom 1.440 Euro.

Abzüglich der Grundzulage von 175 Euro ab 2018 sowie den Kinderzulagen von jeweils 185 Euro ergibt sich ein jährlicher Eigenbeitrag von 1055 Euro bzw. rund 88 Euro monatlich.

4% vom Bruttogehalt: 1600 EUR Zulage: minus 545 EUR Mindesbeitrag: 1055 EUR

Ein Riester-Sparer erhält im ersten Jahr des Ansparens eine um 200 Euro erhöhte Grundzulage (Berufseinsteigerbonus), sofern er am 1. Januar des Jahres, in dem er den Vertrag schließt, sein 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, unmittelbar zulagenberechtigt ist und nach dem 31.12.1982 geboren ist. Über die Maßnahme wird der frühe Einstieg ins Riestersparen und damit auch eine relativ hohe Rente gefördert.

Hinweis für Geringverdiener: Seit 2018 profitieren nun auch Geringverdiener durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz von der Riester Rente.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Riester-Rente erfüllt sein?

Eine Voraussetzung für die staatliche Förderung ist, dass das Produkt zur Altersvorsorge ein Zertifikat vom Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen hat.

Erfüllt sein müssen darüber hinaus einige weitere Kriterien:

  • Eine Beleihung oder anderweitige Verwendung der Anlage ist nicht gestattet.
  • Weder vor dem 60. Lebensjahr noch vor dem Einsetzen der gesetzlichen Rente kann die Rieser-Rente gezahlt werden.
  • Die Auszahlungen müssen in Gestalt einer monatlichen, lebenslangen, mindestens konstanten – Steigerungen sind erlaubt – Rente erfolgen.
  • Bei Schemata mit einem Plan zur Auszahlung muss der Anbieter eine zusätzliche Rentenversicherung abschließen, aus der dann dem 85. Lebensjahr die Rente lebenslang garantiert wird.
  • Beim Abschluss anfallende Kosten für Vertrieb müssen vom Anbieter gleichmäßig verteilt werden, auf mindestens 10 Jahre.
  • Der Anleger muss vom Anbieter über den Einsatz der gezahlten Beiträge, das bisher angesparte Vermögen, die Kosten für Vertrieb, Verwaltung und Abschluss und die erwirtschafteten Erträge informiert werden.
  • In der Sarphase muss dem Sparer vom Anbieter das Recht eingeräumt werden, den Vertrag ruhen zu lassen.
  • Der Vertrag muss zum Ende des Kalenderjahres mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen sein. Damit soll dem Kunden eine Übertragung des angesammelten Vermögens auf einen anderen Vertrag möglich gemacht werden. Darüber hinaus muss die gleiche Kündigungsfrist gelten, wenn der Anleger eine Auszahlung des Vermögens verlangt. Dies kann er tun, um ein selbstgenutztes Wohneigentum zu finanzieren (Umwandlung in Wohnriester).

Vor- und Nachteile der Riester-Rente

Die Riester-Rente hat Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden auflisten.

Vorteile der Riester Rente:

  • Hohe Förderung: Der Anteil der Beteiligung des Staates an der Riester-Rente, das heißt die Förderquote, beträgt zwischen 25 und 90 Prozent. Die individuelle Quote richtet sich nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl. Je höher Einkommen und Kinderzahl, umso höher ist die Förderung.
  • Lebenslange stabile Rente: Versicherten steht eine lebenslange Rente zu, die sich auch nicht verringert.
  • Schutz vor Pfändung und Insolvenz: Das Kapital ist vor Pfändung oder bei Insolvenz geschützt, wenn die Versicherten auch Zulagen beantragt haben.
  • Berufseinsteigerbonus: Berufseinsteiger erhalten 200 Euro Bonus. Dies gilt für Riester-Sparer unter 25 Jahren.
  • Beitragsgarantie: Versicherte haben die Sicherheit, dass sie mindestens ihre eingezahlten Sparbeiträge ausgezahlt bekommen.
  • Freibetrag: Sofern Sparer im Alter auf Sozialleistungen angewiesen sind, gilt seit 2018 bei der Grundsicherung ein Freibetrag von mindestens 100 Euro. Er wird bei der Berechnung der Unterstützungs­leistung nicht berücksichtigt.
  • Möglichkeit der Vererbung: Im Todesfall kann die Ehefrau oder der Ehemann die Rente des Riester-Versicherten weiter beziehen.

Nachteile der Riester Rente

  • Begrenzte Vererbbarkeit: Sofern der Versicherte vor Rentenbeginn verstirbt, ist das Guthaben auf den Riester-Vertrag des Ehegatten oder eines kindergeld­berechtigten Kindes übertragbar. Je nach Versicherer kann die Ansparsumme ansonsten nur ohne die Förderung und die Steuervergünstigungen vererbt werden.
  • Pfändungssicherheit nur in der Sparphase: Die Pfändungssicherheit bezieht sich nur auf die Phase des Sparens, nicht auf die Auszahlungsphase.
  • Hohe Abschlusskosten: Die Kosten des Vertrages bestehen aus Gebühren für den Abschluss, den Vertrieb und die Verwaltung. Sie werden auf die ersten fünf Jahre gleichmäßig verteilt. Es besteht die Gefahr, dass man einen Tarif wählt, dessen Kosten die staatlichen Zuschüsse übersteigen.
  • Rentenzahlungen voll zu versteuern: Die monatliche Rente (oder die Einmalzahlung) ist voll zu versteuern. Der Steuersatz für Rentner ist jedoch gering, so dass ein Vorteil besteht. Die Steuerpflicht erhöht sich allmählich gemäß des Eintrittsbeginns in die Rente. Je später man eintritt, umso größer der Anteil der zu versteuernden Rente.
  • Nur Langlebigkeit sichert Gewinn: Vom Versicherer wird eine hohe Lebenserwartung unterstellt. Erreicht der Kunde nicht das versicherungsmathematisch unterstellte Alter, hat er am Ende in Relation zur Ersparnis eine zu geringe Rente erhalten. Es profitieren dagegen diejenigen, die älter werden als erwartet.
  • Intransparenz: Die Vertragsbedingungen der Anbieter sind oft undurchsichtig. Es lässt sich manchmal schwer feststellen, wie gut oder schlecht ein Tarif ist. Intensive Recherche, Vergleich oder Beratung tut not. Die Stiftung Warentest hat sich wiederholt mit der Riesterrente beschäftigt.
  • Teure Kündigung: Wird die Riester-Rente gekündigt, müssen die Zulagen und Steuererleichterungen zurückgezahlt werden. Zudem sind Gebühren vonseiten des Versicherers üblich. Sinnvoller ist es, den Vertrag beitragsfrei zu stellen.

Reicht eine Riester-Rente zur Altersvorsorge aus?

Das hängt natürlich sehr vom Einzelfall ab, der Höhe der gesetzlichen Rente, den Ansprüchen etc.. Jeder ist gut beraten, seine Rentenansprüche aus den verschiedenen Quellen sowie seine im Alter zu erwartenden Kosten zusammenzurechnen und sich zu fragen, ob das Volumen ausreicht. Falls nicht, sollte zusätzlich gespart werden, zum Beispiel in Aktien oder durch den Kauf einer Immobilie. Wenn im Alter ein höherer Betrag zur Verfügung steht, kann man diesen auch in eine Sofortrente investieren, um sich so eine weitere monatliche Rente zu sichern.

Darf der Staat die Zulagen kürzen und wann?

Zulagen können gekürzt werden. Das passiert vor allem, wenn die jährliche Mindestsparrate nicht erreicht wird. Dann wird die Zulage entsprechend angepasst, das heißt gekürzt. Deshalb sollten Riestersparer auch an ihren Riester-Vertrag denken, wenn sich das Einkommen ändert. Erhöht es sich, muss für die maximale Zulage mehr eingezahlt werden.

Wenn der Ehepartner nur mittelbar förderberechtigt ist, bzw. eine abgeleitete Zulage erhält, erhält er die Förderung weiterhin, wenn man selbst in Rente geht, stirbt oder sich scheiden lässt?

Riester Ehepartner
Förderberechtigte Ehepartner erhalten für nur 5 Euro im Monat die volle Riester Förderung.

Nicht jeder Bürger ist im Riester-System förderberechtigt. Nicht förderberechtigt sind nicht-rentenversicherungspflichtige Selbständige, nicht-rentenversicherungspflichtige Studenten, Rentner, Altersrentner und nicht rentenversicherungspflichtige Pensionäre sowie Versicherte in einer berufsständischen Versorgung.

Beim „Riestern“ unterscheidet man jedoch zwischen unmittelbarer und mittelbarer bzw. abgeleiteter Förderberechtigung. Wenn man selbst nicht unmittelbar förderberechtigt ist, dann kann man über den unmittelbar förderberechtigten Ehepartner die Zulage bekommen. Der mittelbare Berechtigte muss lediglich einen Sockelbetrag von 5 Euro monatlich einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen. Der mittelbar Berechtigte muss darüber hinaus einen eigenen Riester-Vertrag abschließen. Stirbt die Ehefrau oder der Ehemann, so kann dessen Riester-Guthaben auf den eigenen Vertrag übergehen. Es geht also kein Kapital verloren.

Hinweis: Die Idee bei der Voraussetzung für die Förderung eines mittelbar Berechtigten ist jedoch eine funktionierende Ehe. Nach einer Scheidung beispielsweise ist die Voraussetzung nicht mehr gegeben. Dasselbe gilt für den Tod des unmittelbar Berechtigten bzw. wenn er in Rente geht. Er ist dann nicht mehr unmittelbar zulagenberechtigt, woraus sich ja die mittelbare Berechtigung ableitet. Der bis dahin mittelbar Berechtigte kann den Vertrag dann allerdings ruhen lassen, zum Beispiel bis er selbst unmittelbar förderberechtigt, weil er zum Beispiel wieder eine Arbeit aufgenommen hat. Zur Absicherung der Hinterbliebenen eignet sich eher eine Risikolebensversicherung.

Welche Rolle spielen die Kinder bei der Riester Rente?

Für Kinder erhalten die Riestersparer eine Zulage. Die Höhe der Zulage richtet sich nach dem Geburtsdatum. Für Kinder, die bis Ende 2007 geboren sind, gibt es eine geringere Zulage als für Kinder, die ab 2008 geboren sind.

Welche Rolle spielen Steuern bei der Riester Rente? Habe ich Steuervorteile? Muss ich als Renter auf die Riester-Rente steuern zahlen?

Steuern spielen eine wichtige Rolle bei der Riester-Rente. Die eingezahlten Beträge sind als Sonderausgaben absetzbar. Der gesamte Sonderausgabenabzug ergibt die Steuerermäßigung. Bei Rentenbezug sind die Einnahmen zu versteuern. Die Steuerlast ist dann jedoch geringer als in der Periode der Einzahlungen.

Wann können Zulagen zurückgefordert werden?

Die Zulagen wie die gesamte Riester-Rente sind konstruiert worden für die Altersversorgung und dürfen auch nur dafür verwandt werden. Die Zulagen werden deshalb zurückgefordert, wenn der Riester-Sparer die Beträge für sogenannte förderschädliche Verwendungen nutzen will. Die zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen fordert dann die Zulagen und auch die durch die steuerlichen Vorteile erzielten Beträge zurück. Die bis dahin angesparten Summen zuzüglich Zinsen müssen bei den Finanzbehörden nachträglich versteuert werden.

Ein solcher Fall tritt zum Beispiel ein, wenn der Riester-Sparer während der Sparphase auswandert in ein Land außerhalb der EU. Dann liegt ein Bruch des Vertrags vor. Ähnliches gilt für Rentner, die ihren Lebensabend außerhalb der EU verbringen wollen. Steuervorteile und Zulagen müssen zurückgezahlt werden. Eine förderschädliche Verwendung ist auch die Entnahme des Kapitals nach einer Kündigung.

Was ist eine Wohn-Riester und was hat es damit auf sich? Welche Formen der Riester Rente gibt es noch?

Es gibt mehrere Arten, nach Riester zu sparen. Beim klassischen Riester-Sparen müssen die Beträge sicher am Kapitalmarkt angelegt werden, sie dürfen nicht verloren gehen (Bestandsgarantie). Es werden deshalb vor allem festverzinsliche Wertpapiere gekauft wie zum Beispiel deutsche Staatsanleihen. Der Nachteil dieser Riester-Form ist, dass die Rendite relativ niedrig ist.

Mehr Gewinn gibt es bei sogenannten 2-Topf-Hybriden. Bei ihnen werden Erträge, die nicht für die Bestandsgarantie gebraucht werden, in höher rentierliche Investmentfonds gesteckt. Beim 3-Topf-Hybrid besteht ein Topf aus dem Sicherungsvermögen, der zweite Topf besteht aus einem Wertsicherungsfonds, während der dritte Topf durch eine freie Fondsauswahl Renditechancen bringen soll.

Riester-Banksparpläne werden von Banken angeboten. Bank-Sparpläne zeichnen sich durch relativ niedrige Gebühren während der Ansparphase aus. Dafür sind aber auch die Renditen relativ gering. Der Riester Fondssparplan ähnelt dem Banksparplan, die Partner sind in dem Fall jedoch Fondsgesellschaften, die Beiträge und Zulagen in Investmentfonds anlegen. Die Riester-Fonds lassen einen höheren Gewinn erwarten als die Bank-Sparpläne. Beim Wohnriester wird durch die Zulagen der Erwerb von privat und eigengenutztem Wohneigentum zum Zweck der Altersvorsorge gefördert. Mit „Wohnriester“ sind Riester-Bausparverträge oder Riester-Darlehen gemeint, oder Riester-Darlehen. Durch die 2009 eingeführte „Wohnriester-Förderung“ ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Entnahme von Kapital bei Darlehensbeginn
  • Entnahme von Kapital bei Darlehensende (endfällige Tilgung)
  • Erwerb von Genossenschaftsanteilen
  • Riester-Darlehen
  • Riester-Bausparvertrag
  • Entnahme für Umbauarbeiten bzgl. Barrierefreiheit
Wichtig: Die Möglichkeiten zur Entnahme von Kapital stehen bei allen Riester-Tarifarten offen, somit auch bei Riester-Sparplänen und Riester-Rententarifen.

Den dezidierten Wohn-Riester gibt es seit 2008. Aber man kann auch seinen gewöhnlichen Riester-Vertrag in einen Wohn-Riester umwandeln. Des Weiteren kann man das angesparte Kapital zur Tilgung eines Immobilienkredits verwenden. Voraussetzung ist, dass es sich um selbst genutzten Wohnraum handelt.

Kann man eine bestehende Altersvorsorge auf eine Riester-Rente umwandeln lassen?

Grundsätzlich kann man eine bestehende Altersvorsorge nicht in einen Riester-Plan umwandeln lassen. Es gibt allerdings die Möglichkeit, innerhalb seiner betrieblichen Altersvorsorge zur riestern. Dies hat jedoch den Nachteil, dass die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge doppelt besteuert werden. Die ausgezahlten Beträge während der Rente liegen damit um 17 Prozent unter den Auszahlungen der privaten Verträge. Mit etwas mehr Aufwand, kann man aber auch eine bestehende Kapitallebensversicherung umwandeln lassen.

Kündigung der Riester Rente. Was muss man beachten? Was hat man zu verlieren?

Prinzipiell kann man seinen Riester-Vertrag problemlos kündigen. Das lohnt sich jedoch nur selten. Man sollte sich deswegen die Nachteile gut ansehen und sorgfältig abwägen. Wenn es zum Beispiel nur darum geht, dass keine Beiträge mehr gezahlt werden sollten, ist es eine Alternative, den Vertrag schlicht ruhen zu lassen. Eine Kündigung des Vertrages ist nämlich eine schädliche Verwendung. Sie hat zur Folge, dass die gesamte Förderung, Zulagen und Steuervorteile, zurückgezahlt werden muss.

Riester-Rente: Sind hohe Renditen möglich?

Die Höhe der Rendite richtet sich beim Riestern nach der Form des Sparplans. Die höchsten Gewinne dürften bei den Sparplänen bestehen, die in Aktien investieren. Wenn die Versicherung Überschüsse erwirtschaftet, profitiert auch der Versicherte davon. Niedrige Rendite gibt es da, wo es eine Bestandsgarantie gibt, zum Beispiel bei den Banksparplänen. Insgesamt besteht der Charme des Riestersparens aber nicht in hohen Renditen, sondern in der hohen Förderquote der Lebensversicherung. Die Renditechancen und die Steuerersparnis sind bei der Rürup Rente, einer typischen Altersvorsorge für Selbstständige, im Übrigen höher, als bei der Riester Rente.



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