Private Altersvorsorge

Je näher der Ruhestand rückt, desto mehr Platz nehmen Gedanken an die Rente im Kopf ein. Dabei ist es sinnvoll, sich schon früh mit der finanziellen Absicherung im Alter zu befassen. Je eher sich Angestellte, Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Co. um ihre Altersvorsorge kümmern, desto besser können sie ihre individuelle Rentenlücke schließen – und das bereits mit geringen Beiträgen.

 

  • Rentengarantiezeit: Verstirbt der Rentenbezieher innerhalb einer festgelegten Zeitspanne, wird die Rente an Hinterbliebene bis zum Ablauf des Zeitraumes weitergezahlt. Dafür zahlen Versicherte jedoch mehr Beiträge.
  • Beitragsrückgewähr: teurer als Rentengarantiezeit. Hinterbliebenen werden die eingezahlten Beiträge samt Überschüsse ausgezahlt, sollte der Versicherte vor Beginn der Rentenauszahlung versterben.
  • Garantierente: Angebote zur Altersvorsorge unterscheiden sich in klassische und fondsgebundene Tarife. Bei der klassischen Variante wissen Versicherte durch die garantierte Verzinsung von Beginn an, wie hoch ihre Garantierente ausfällt. Bei fondsgebundenen Angeboten ist die Rente von der Wertentwicklung der Fonds abhängig. Versicherte haben nur geringe Planungssicherheit, aber durch bessere Renditenchancen die Aussicht auf eine höhere Rente.
  • Mit anderen Versicherungen kombinieren: Verbraucherschützer raten davon ab, die Altersvorsorge mit anderen Versicherungen zu koppeln, etwa zur Risikovorsorge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Kündigung: Oftmals ist die Kündigung nachteilig. Wird die private Altersvorsorge staatlich gefördert, müssen Versicherte beispielsweise erhaltene Förderungen zurückzahlen. Sinnvoller ist es, den Vertrag beitragsfrei zu stellen.

Riester Rente

Wer darf, wer nicht?

Mit der Riester Rente können die Bürgerinnen und Bürger seit 2002 staatlich gefördert vorsorgen. Allerdings ist nicht jede Person förderberechtigt, ausgeschlossen sind:

  • Freiwillig Rentenversicherte
  • Nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige
  • Sozialhilfeempfänger
  • Minijobber, die sich von der Rentenversicherungspflicht befreit haben
  • Studenten, sofern sie keiner rentenversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen
  • Altersrentner
  • Bezieher einer Erwerbsminderungsrente

 

Kosten der Riester Rente

Bei der Riester Rente fallen vor allem in den ersten Jahren nach Abschluss Vertragskosten an. Sie variieren zwischen den Anbietern. Mit dem Produktinformationsblatt lassen sich diese jedoch gut miteinander vergleichen. Zudem gibt die Höhe der Rente Aufschluss über die Kosten, die der Versicherer einbehält. Je höher die zugesagte Rente ist, desto geringer fallen diese in der Regel aus.

Es sind mindestens 60 Euro pro Jahr in den Riester-Vertrag zu zahlen, maximal möglich sind 2.100 Euro. Die genaue Beitragshöhe hängt vom Vorjahresbruttoeinkommen ab.

Beispiel: Alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, Bruttoeinkommen 30.000 Euro

Vier Prozent von 30.000 Euro = 1.200 Euro
1.200 Euro minus der Zulagen von 754 Euro (1 x Grund-+ 2 x Kinderzulage) = 446 Euro
446 geteilt durch zwölf Monate = 37,17 Euro monatlicher Beitrag, um volle Zulagen zu erhalten

Förderung der Riester Rente

Die Riester Rente wird vom Staat auf zwei Wegen gefördert:

a) Zulagen

Sie müssen jährlich bei der Zulagenstelle für Altersvermögen beantragt werden. Dazu stellen Versicherte einen entsprechenden Antrag beim Riester-Versicherer. Alternativ können sie dem Versicherungsunternehmen eine Vollmacht über einen Dauerzulagenantrag erteilen, sodass nicht jedes Jahr ein Antrag gestellt werden muss.

Folgende jährliche Zulagen gibt es:

  • Grundzulage: 154 Euro (ab 2018 voraussichtlich 165 Euro)
  • Kinderzulage:
    • 185 Euro (für Kinder, die vor 2008 geboren wurden)
    • 300 Euro (für Kinder, die ab 2008 geboren wurden)
  • Einmaliger Berufseinsteigerbonus: 200 Euro (Versicherungsabschluss bis vollendetem 25. Lebensjahr)

Merke: Die volle Zulage gibt es nur, wenn Versicherte mindestens 4% ihres Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich der Zulagen in Form von Beiträgen in den Vertrag eingezahlt haben.

b) Steuerersparnis

Zusätzlich zu den Zulagen gewährt der Staat Steuervorteile. Dazu müssen die Ausgaben für die Riester Rente in der Steuererklärung (Anlage „AV“) eingetragen werden. Fällt die Steuerersparnis größer als die Summe der Zulagen aus, erhalten Steuerzahler die Differenz in Form von Steuervergünstigungen. Daher profitieren meist Gutverdiener von den Steuererleichterungen, während Geringverdiener und Riester-Sparer mit vielen Kindern vorwiegend über die Zulagen gefördert werden.

Vorteile

  • staatliche Förderung: Zulagen + Steuervorteile
  • Staatliche Förderung über Zulagen und Steuervorteile
  • Hartz-IV-sicher + Pfändungsschutz
  • Voraussichtlich ab 2018 Freibetrag bei Grundsicherung im Alter
  • Kapitalgarantie
  • Hinterbliebenenschutz möglich
  • Auszahlung eines Einmalbetrags zu Rentenbeginn möglich

Nachteile

  • Nachgelagerte Besteuerung
  • Bis 2018 volle, danach teilweise Anrechnung auf Grundsicherung im Alter
  • Vererben ohne Rückzahlung der erhaltenen Förderungen nur an Ehepartner möglich
  • Lohnt sich oft nur, wenn Versicherte sehr alt werden
  • Verträge oftmals komplex und intransparent
  • Hinterbliebenenschutz kostet extra

Rürup Rente

Wer darf, wer nicht?

Wie die Riester Rente wird auch die Rürup Rente staatlich gefördert – jedoch ausschließlich über Steuervorteile. Die auch unter Basisrente bekannte Altersvorsorge kann jeder Bürger abschließen, der in Deutschland einen Wohnsitz hat und mindestens 18 Jahre alt ist. Sie zahlt sich aufgrund ihrer Flexibilität besonders für Selbstständige und Freiberufler aus. Doch auch Arbeitnehmer mit einer hohen Steuerlast profitieren wegen der Steuerersparnisse stark von der Rürup Rente.jährlich möglich ist.

Förderung der Rürup Rente

Die Förderung der Rürup Rente hängt von zwei Faktoren ab: vom Höchstbeitrag, den Versicherte jährlich einzahlen können, und vom Prozentsatz, den das Finanzamt berücksichtigt. 2017 sind es 84 Prozent der geleisteten Beiträge, die steuerlich geltend gemacht werden können. Bis 2025 steigt der Anteil auf 100 Prozent.

Der Höchstbeitrag ist mit dem Maximalbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung verknüpft. Dieser wird jährlich angepasst. 2017 haben Sparer die Möglichkeit bis zu 23.362 Euro in ihre Rürup Rente einzuzahlen, Verheiratet sogar 46.724 Euro.

Die Beiträge werden in Form von Sonderausgaben in der Steuererklärung (Ziffer 7 „Beiträge zu zertifizierten Basisrentenverträgen“) angegeben. Dort werden auch die Ausgaben für gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke und landwirtschaftliche Alterskassen dokumentiert. Die Steuerersparnis ist abhängig vom persönlichen Steuersatz.

Kosten der Rürup Rente

Rürup-Sparer haben oftmals die Möglichkeit, die Einzahlungen in den Vertrag flexibel zu gestalten. Zudem sind auch Einmalzahlungen möglich. Beides ist insbesondere für Versicherte mit schwankenden Einkommen wie bei Selbstständigen vorteilhaft. Sie können daher so viel in die Altersvorsorge investieren, wie es ihnen monatlich oder jährlich möglich ist.

Vorteile

  • Kein Mindestbeitrag
  • Flexible Einzahlungen
  • Steuervorteile
  • Hartz-IV-sicher
  • Pfändungs- und insolvenzgeschützt
  • Hinterbliebenenschutz möglich

Nachteile

  • Kündigung nicht möglich, Vertrag kann nur beitragsfrei gestellt werden
  • Nachgelagerte Versteuerung
  • Kein Kapitalwahlrecht
  • Wird auf Witwer-/Witwenrente angerechnet
  • Hinterbliebenenschutz kostet extra

Betriebliche Altersvorsorge

Wer darf, wer nicht?

Jeder Arbeitnehmer – also Angestellte, Arbeiter, Auszubildende – kann über die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit, aber auch ohne finanzielle Beteiligung seines Arbeitgebers vorsorgen. Seit 2002 sind Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten über die sogenannte Entgeltumwandlung eine Betriebsrente zu ermöglichen. Bei der Durchführung gibt es unterschiedliche Wege. Mit welchen am Ende betrieblich vorgesorgt wird, liegt im Ermessen des Arbeitgebers.

Bei der Entgeltumwandlung wird ein festgelegter Betrag des Bruttoeinkommens direkt in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt. Dadurch verringern sich für Arbeitnehmer die Abzüge durch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Wer beispielsweise 100 Euro seines Bruttoeinkommens einzahlt, hat dadurch nur rund 50 Euro weniger vom Netto.

Beteiligen sich Arbeitgeber an der bAV, sparen sie in der Regel Lohnnebenkosten. Ab 2018 sind zudem steuerliche Förderungen für Arbeitnehmer geplant, die geringverdienende Angestellte bei der betrieblichen Altersvorsorge finanziell unterstützen.

Vorteile

  • Geringere Steuer- und Sozialversicherungsabgaben
  • Hartz-IV-sicher
  • Steuer- und sozialversicherungsfreie Beiträge (2017 monatlich 254 Euro)
  • Weitere steuerfreie 1.800 Euro in Form von Beiträgen möglich
  • Mitnahme des Kapitals bei Arbeitgeberwechsel
  • Hinterbliebenenschutz möglich

Nachteile

  • Durch geringeres Bruttoeinkommen fließen weniger Beiträge in die Rentenkasse
  • Von der Betriebsrente gehen bei Auszahlung Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge ab
  • Kündigung in der Regel nicht möglich
  • Nachgelagerte Besteuerung
  • Entscheidung über Vorsorgeprodukt liegt allein beim Arbeitgeber
  • Ohne Arbeitgeberbeteiligung häufig Minusgeschäft
  • Hinterbliebenenschutz kostet extra

Sofortrente

Wer darf, wer nicht?

Mit einer Sofortrente können Verbraucher noch kurz vor der Rente privat vorsorgen. Dabei zahlen sie einen Einmalbetrag an den Versicherer und erhalten durch eine unmittelbar beginnende Rentenversicherung eine lebenslange Rente. Die Sofortrente ist sinnvoll, wenn Sparer eine größere Menge Geld, etwa aus einer Lebensversicherung oder Erbschaft, kurz vor dem Ruhestand zur Verfügung haben und auch im hohen Alter die Gewissheit haben wollen, finanziell abgesichert zu sein.

Vorteile

  • Finanzielle Absicherung auch im hohen Alter
  • Auszahlung nur zu einem geringen Anteil steuerpflichtig
  • Hinterbliebenenschutz möglich

Nachteile

  • Anbieter setzen hohe Lebenserwartung voraus
  • Keine Kündigung möglich
  • Hinterbliebenenschutz kostet extra

Kontakt

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E-Mail: info@private-altersvorsorge.de

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