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Hamburg - Montag, 06.02.2012 Rücklagen der gesetzlichen Rentenkassen erreicht Rekordniveau
Hoher Beitragssatz der letzten Jahre als Hauptgrund
Das deutsche Sozialsystem wird seit Jahren als eher brüchig dargestellt, an die sprichwörtlich sichere Rente glauben nur wenige Bundesbürger. Mit einem Blick auf die aktuellen Reserven, die sich in der deutschen Rentenkasse befinden, kann jedoch etwas beruhigter in die nächsten Jahre geblickt werden. Die positive, wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in den letzten beiden Jahren, die somit auch zu höheren Einnahmen in den Sozialkassen geführt haben, haben diese auf das höchste Niveau seit den 1970er Jahren gebracht. Bereits die aktuelle Absenkung des Rentenbeitrags für alle Erwerbstätigen auf 19,6 Prozent des Bruttolohn sind ein politisches Zeichen, für die Zukunft ist es nicht ausgeschlossen, dass noch eine weitere Absenkung durchgeführt werden könnte und den einzelnen Beitragszahler somit ein größerer, finanzieller Spielraum im Alltag entsteht. Rente mit 67 weiterhin ein Streitfall
Gerade im Hinblick auf die aktuell gute Lage der Rentenkassen wird politisch weiterhin über die Rente mit 67 diskutiert, die in diesem Jahr ihren ersten Schritt genommen hat und über die nächsten beiden Jahrzehnte hinweg alle Erwerbstätigen betreffen wird. Da ein früheres, gesetzliches Rentenalter mit den aktuellen Zahlen ohne weiteres zu finanzieren scheint, ohne hierdurch größere Lücken in die deutsche Rentenkasse zu reißen, sehen sich Kritiker am Modell der Rente mit 67 bestätigt. Zu einer Änderung der bereits beschlossenen und eingesetzten Regelung dürfte es daher in den nächsten Jahren nicht kommen, auch bei Ablösung der schwarzgelben Bundesregierung im Jahr 2013 darf es als unsicher angehen werden, ob eine Rückführung des Beschlusses durchgeführt wird. Die SPD beharrt hierbei weiterhin auf einer Einführung der Rente mit 67 alleine unter der Kondition, dass ausreichend Arbeitsplätze für ältere Erwerbstätige ab dem Alter 60 von der freien Wirtschaft geboten werden. Eigene Einnahmen der deutschen Rentenkasse nicht überschätzen
Auch wenn aktuell die Rücklagen der gesetzlichen Rentenkassen ein hohes Niveau erreicht haben, sollte hieraus nicht der falsche Schluss gezogen werden, dass ein einzelner Arbeitnehmer bei Eintritt in das gesetzliche Rentenalter mit höheren Auszahlungen rechnen kann. An der Rechengrundlage für die individuelle Rente ändert sich auch in Zeiten einer höheren Rücklage nichts, so dass Millionen von Bundesbürgern weiterhin damit rechnen müssen, eine Altersrente zu erhalten, die nicht dem eigenen Lebensstandard entspricht. Aus diesem Grund sollte stets überlegt werden, wie hoch die zu erwartende Rente wirklich ausfällt und ob dieser Betrag nicht sinnvollerweise durch Leistungen aus einer privaten Lebensversicherung oder einer Zusatzrente zu ergänzen ist. In diesem Fall lässt sich individuell die vorhandene Versorgungslücke schließen und so auch mit Erreichen des Alters 67 weiterhin eine größere, finanzielle Freiheit genießen. Ob hierfür eher verschiedene Varianten der Lebensversicherung, eine fondsgebundene Zusatzrente oder staatlich geförderte Produkte wie die Riesterrente in Frage kommen, sollte bei einem individuellen Vergleich ermittelt werden.