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Hamburg - Mittwoch, 23.11.2011

Altersvorsorge und Risikovorsorge

Glaubt man den diversen Studien, ist der Mehrheit deutscher Sparer bewusst, dass ohne private Altersvorsorge Einbußen im Rentenalter drohen. Private Altersvorsorge ist wichtig, ohne Frage. Doch es ist erschreckend, wie wenig die meisten Menschen über das Thema wissen. So investiert der durchschnittliche Sparer zwischen 100 und 150 Euro in ein bis zwei Altersvorsorgeverträge. Man könnte zuspitzen und sagen: Altersvorsorge ohne Sinn und Verstand.

Altersvorsorge ist ein komplexes Thema



Die private Altersvorsorge ist durchaus komplex und sie geht Hand in Hand mit der Risikovorsorge. Es muss immer individuell und ganzheitlich die jeweilige Situation des Sparers betrachtet werden. So reicht es nicht aus, einfach irgendeinen Altersvorsorgevertrag abzuschließen, zum Beispiel eine private Rentenversicherung oder eine Riester Rente abzuschließen. Wenn man dabei beispielsweise vergisst, dass gerade für junge Menschen die eigene Arbeitskraft der wertvollste finanzielle Besitz überhaupt ist. Selbst wenn man sehr sparsam ist und wirklich hohe Beiträge bereits in jungen Jahren für das Alter zurücklegt: Im Falle einer Erwerbsunfähigkeit fällt diese Planung in sich zusammen.

Bedarf ermitteln und Risiken auschließen



Daher sollte, bevor man mit privater Altersvorsorge beginnt, zunächst einmal der eigene Bedarf ermittelt werden. Erst wenn man diesen überhaupt kennt und auch die Lebensplanung und Wünsche so gut es geht berücksichtigt, kann man sinnvolle Entscheidungen zum Thema private Altersvorsorge treffen. Existenzielle Risiken sollten dabei nicht vernachlässigt werden. So haben beispielsweise längst nicht alle Bundesbürger eine private Haftpflichtversicherung, obwohl diese die wohl wichtigste Versicherung überhaupt ist. Kaum weniger wichtig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung
, gerade für junge Menschen. Dabei bekommt längst nicht jeder, der diesen Schutz möchte, auch tatsächlich eine Police. Schon bei vergleichsweise geringen gesundheitlichen Beeinträchtigungen lehnen viele Gesellschaften einen Antrag schlichtweg ab. Je früher man sich mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung auseinandersetzt, desto höher stehen die Chancen einen guten Vertrag bei gutem Gesundheitszustand zu bekommen.

Versicherungen und deren Rolle bei der privaten Altersvorsorge



Eine Versicherung ist hingegen nicht zwangsläufig notwendig, um Geld für das Alter zurückzulegen. Es gibt viele Alternativen zur privaten Rentenversicherung und Co. So kann Geld in Fondssparplänen, mit einer Sparbriefleiter, in Aktien und sonstigen Wertpapieren angelegt und gespart werden. Man sollte jedoch nicht ganz vernachlässigen, dass Versicherungen als einzige Produkte das Langlebigkeitsrisiko abdecken. Soll heißen, wird lediglich Vermögen für das Alter angespart, ist dieses eventuell bei Erreichen eines hohen Alters aufgezehrt. Eine private Rentenversicherung zahlt hingegen bis ans Lebensende. Hier muss also ein Kompromiss in Bezug auf Vor- und Nachteile von Versicherungslösungen gefunden werden. Ein Kompromiss in Bezug auf die Risikovorsorge ist hingegen eher nicht zu empfehlen.