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Hamburg - Montag, 17.10.2011

Abschluss von neuen Lebensversicherungen auf absteigendem Ast

Kunden eher an Zusatzrenten und ähnlichen Produkten interessiert

Für viele Bundesbürger dürfte sie immer noch als Inbegriff für die private Altersvorsorge gesehen werden – die Lebensversicherung, die mit einem Einmalbetrag zur Auszahlung kommt und so finanziell im Alter eine neue Freiheit schenkt. Wer sich vor einigen Jahren oder Jahrzehnten für eine Kapital-Lebensversicherung entschieden hat, führt diese auch in heutiger Zeit noch weiter und vertraut so auf Tausende von Euro, die zum Eintritt des Rentenalters gewährt werden. Anders sieht dies jedoch beim Neuabschluss von Lebensversicherungen aus, die sich seit einigen Jahren eher auf einem absteigenden Ast befinden. Hiervon ist nicht der gesamte Sektor der privaten Altersvorsorge betroffen, da z.B. fondsgebundene Zusatzrenten oder staatlich geförderte Modelle aktuell sehr beliebt sind und so die klassische Lebensversicherung in den Schatten stellen.

Die staatliche Förderung für eine Zusatzrente nutzen

Anders als bei der Lebensversicherung wird mittlerweile seit einem Jahrzehnt der Abschluss von bestimmten Zusatzrenten staatlich gefördert. Die Rede ist hierbei von der Riesterrente bzw. der Basisrente, die entweder durch eine staatliche Zuzahlung zu den Beiträgen oder durch eine steuerliche Anerkennung der eingezahlten Beiträge von sich überzeugt. In beiden Fällen handelt es sich um eine echte Zusatzrente, also um Leistungen, die zum Lebensabend hin in festen, monatlichen Raten ausgezahlt werden. Da es kein vergleichbares Produkt gibt, dass einer Lebensversicherung entspricht und dabei eine staatliche Förderung erhält, entscheiden sich diverse Versicherungsnehmer bei ihren Neuverträgen eher für eine Zusatzrente, so dass es ganz automatisch zu einer geringeren Anzahl von neuen Lebensversicherungen kommt.

Zukunft der Lebensversicherung in ihrer aktuellen Form nicht einschätzbar

Auch die Umsetzung von europäischem Recht könnte den deutschen Versicherungsmarkt in erheblicher Weise beeinflussen. Dies kann als Folge aus den Schwankungen des Finanzmarktes der letzten Jahre gesehen werden, wonach klar ist, dass kein Unternehmen Garantien für Auszahlungen bietet, die Jahrzehnte übergreifend reichen sollen. Genau dies ist jedoch bei so mancher Lebensversicherung gegeben, die sich noch auf eine klassische Weise finanziert. Sollte man sich in einigen Jahren weiterhin für eine Lebensversicherung entscheiden wollen, um etwas für die private Altersvorsorge zu tun, dürfte man sich also eher auf fondsgebundene Produkte einstellen. Bei diesen werden keine Garantien in entsprechender Höhe ausgesprochen, so dass diese auch den rechtlichen Rahmenbedingungen innerhalb Europas genügen sollten.