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Hamburg - Dienstag, 01.02.2011

Riesterrente und Rüruprente sinnvoll abschließen

Maximale Förderleistungen nur unter bestimmten Voraussetzungen gegeben

Wer sich als Privatperson ernsthaft damit auseinandersetzt, wie er eine sinnvolle, private Altersvorsorge leisten kann, wird schnell bei Anlageformen wie der Riesterrente oder einer Rüruprente landen. Und in der Tat scheinen diese beiden Formen in nahezu allen Fällen geeignet dazu zu sein, sinnvoll vorzubeugen und sich gegen viele Risiken des Alters abzusichern. Vielen der Millionen Bundesbürger, die über den Abschluss einer Rürup- oder Riesterrente nachdenken, erkennen jedoch erst nach Vertragsabschluss, dass andere Anlageformen deutlich geeigneter für die eigene Situation sind und eine bessere Altersvorsorge durch eine klassische Zusatzrente oder eine Lebensversicherung möglich wäre. In dieser Hinsicht ist es unerlässlich, sich die Konditionen anzuschauen und zu hinterfragen, ob sich der Abschluss dieser speziellen Formen der Altersvorsorge individuell lohnt.

Vier Prozent des Bruttoeinkommens für maximale Fördersumme Pflicht

Viele Versicherungsnehmer entscheiden sich beispielsweise für die Riesterrente, da sie in diesem Fall davon ausgehen, die maximalen Fördersummen Jahr für Jahr zu erhalten. Diese Summen werden nicht alleine nur für den Versicherungsnehmer gewährt, vielmehr werden auch bei einem vorhandenen Ehepartner oder gemeinsamen Kindern diese mit in die Berechnung der staatlichen Förderung einbezogen. Die bekannten Förderhöhen, die sich vor allem in den Medien regelmäßig antreffen lassen, sind jedoch alleine nur dann in vollem Umfang zu erhalten, wenn der Versicherungsnehmer bereit ist, vier Prozent seines Bruttoeinkommens in diese Maßnahme der privaten Altersvorsorge hineinzuleiten. Sollte es zu deutlich geringeren Einzahlungen kommen, gewährt auch der Staat nur einen kleineren Anteil an Fördergeld, weshalb sich diese Form der Vorsorge kaum für Hausfrauen oder geringverdienende Arbeitnehmer empfiehlt, die nur einen sehr geringen Teil ihres Einkommens in die Altersvorsorge hineininvestieren möchten.

Rüruprente vor allem wegen steuerlicher Ermäßigungen von Vorteil

Noch weniger Sinn ergibt es, als Hausfrau oder Angestellter mit einem geringen Einkommen in eine Basisrente bzw. Rüruprente zu investieren. Bei dieser gibt es zwar auch eine staatliche Förderung, viel interessanter ist jedoch die Möglichkeit, einen Großteil des jährlichen Beitrags steuermindernd geltend zu machen. Eine Regelung, die vor allem für Selbstständige und Freiberufler wegen der Absetzbarkeit interessant ist, für viele Angestellte und Arbeiter jedoch im Vergleich zur Riesterrente oder anderen Anlageformen klar an Reiz verliert. Nicht immer muss also die staatliche Förderung das einzige Argument sein, um sich einen entsprechenden Schutz vor Altersrisiken auszuwählen.

Beispielrechnungen in Werbeanzeigen kritisch hinterfragen

Besonders lukrativ wirken vor allem Angebot, die im Internet intensiv beworben werden und dabei deutlich machen möchten, für welch geringen Beitrag im Monat bereits eine fundierte Absicherung von allen Altersrisiken entstehen kann. Zwar ist es möglich, bei vielen Versicherern sehr günstige Verträge abzuschließen, jedoch werden die meisten von ihnen einer umfassenden Absicherung des Lebens im Alter nicht gerecht. Wer heute meint, eine gewisse Summe reiche für den eigenen Lebensabend aus, sollte sich z.B. vor Augen führen, dass im Rahmen der nächste Jahre und Jahrzehnte die Lebenshaltungskosten weiter ansteigen dürften. In dieser Hinsicht ergibt es nur Sinn, sich für ein etwas höher dotiertes Angebot zu entscheiden, welches folglich auch einen etwas höheren Monatsbeitrag mit sich bringt.

Erst die Leistungen optimieren, dann den Beitrag

Grunsätzlich ist es also eine falsche Herangehensweise, allein den ersten Blick auf den Beitrag zu werfen und nicht zu hinterfragen, welche Leistungen für dieses Geld wirklich erwartet werden können. Wer sich nicht durch entsprechende Angebote ködern lässt, sondern ganz in Ruhe überlegt, welche Leistungen ergänztend zur gesetzlichen Rente wirklich benötigt werden, leistet einen elementar wichtigen Schritt für eine private Altersvorsorge nach Maß. Hat man sich einigen können, ob eine Zusatzrente, eine Riesterrente oder eine Kapital-Lebensversicherung die richtige Anlageform ist, lohnt auch der Vergleich auf unabhängigen Vergleichsportalen oder der Blick auf die Tarifstukturen einzelner Versicherer. Durch einen solchen Blick lässt sich dann im zweiten Schritt herausfinden, wie am günstigsten der entsprechende Schutz abgeschlossen werden kann.