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Hamburg - Sonntag, 02.01.2011

DGB warnt vor Altersarmut und Rente mit 67

Schon heute Armut in der deutschen Hauptstadt unter Rentner verbreitet

Mit alarmierenden Zahlen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) aktuell auf sich aufmerksam gemacht und vorgerechnet, mit welchen Renten aktuell schon Bewohner in der deutschen Hauptstadt Berlin leben müssten. Im Schnitt müssen Rentner im Westteil der Stadt mit knapp 700 Euro im Monat auskommen, wobei nach der Zahlung von Miete und Nebenkosten kaum mehr Geld für ein menschenwürdiges Leben übrigbleibt. Durch die Einführung der Rente mit 67 würde diese Situation nur noch mehr verschärft, so dass der Anteil der betroffenen Rentner in den nächsten Jahren und Jahrzehnten nur steigen wird bzw. die Höhe der durchschnittlichen Rente erheblich sinken dürfte.

Rente mit 67 in vielen Fällen reine Rentenkürzung

Der DGB argumentiert dabei nicht alleine nur durch die Tatsache, dass unzählige Arbeitnehmer durch die Anhebung des Renteneinstiegsalters auf 67 zwei Jahre länger arbeiten müssten. Vielmehr würde kaum ein Arbeitnehmer diese maximale Altersgrenze erreichen, weshalb dieser eine Kürzung seiner Rentenzahlungen in Kauf nehmen müsste. Schließlich würde auch die Rentenzahlung auf dieses maximale Rentenalter fortan ausgelegt, so dass es automatisch zu Kürzungen bei der zu erwartenden Rente kommt, sofern ein Arbeitnehmer schon im Alter 65, 62 oder noch früher aus dem Berufsleben ausscheidet. Der DGB sieht dieses Risiko durchaus als bewusst von der Politik in Kauf genommen, weshalb der Gewerkschaftsbund von einer ganz bewussten Rentenkürzung durch die schwarzgelbe Bundesregierung spricht.

Sozialversicherungspflichti
ge Jobs für ältere immer seltener


Umso alarmierender sind die Zahlen, die in diese Diskussion das Statistische Bundesamt mit einbringt. Aktuell ist nicht mal mehr jeder fünfte Arbeitnehmer ab dem Alter 60 in einer Arbeitsstelle untergebracht, die sozialversicherungspflichtig ist. Konkret bedeutet dies, das die älteren Arbeitnehmer zwar in Jobs für Geringverdiener angestellt sind, jedoch keine Beiträge in die Rentenkasse zahlen und somit auch nicht dazu beitragen, dass sich ihre spätere Altersrente erhöht. Die Tendenz zu einer Anstellung in diesen von der Sozialversicherung befreiten Jobs dürfte in den nächsten Jahren ansteigen, so dass im Laufe der Jahre auch immer weniger Geld in der gesetzlichen Rentenkasse landet. Ein politisches Problem, das aktuell immer wieder in der Diskussion auftaucht und vor allem für den Deutschen Gewerkschaftsbund eine entscheidende Rolle spielt. Eine Problematik, die gerade für kommende Generationen jedoch auch aufzeigen wollte, wie wichtig eine zusätzliche Absicherung durch die private Altersvorsorge sein kann.