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Hamburg - Freitag, 02.07.2010

Unwissen über Anlageprodukte häufigster Grund gegen rechtzeitige Vorsorge

Viele Verträge und Versicherungstarife für junge Menschen unverständlich

Die Jugend in diesem Land hat sich mit vielen Vorurteilen der älteren Generation auseinanderzusetzen – eines dieser Vorurteile ist der Glaube, dass sich junge Menschen nicht mit den Risiken des Alters auseinandersetzen würden. Der angesehene Jugendforscher Klaus Hurrelmann kommt in einer aktuellen Studie zu einem anderen Ergebnisse: Jugendliche und junge Erwachsene nehmen sehr wohl mit großer Sorge die Entwicklung der staatlichen Renten zur Kenntnis und bringen auch dir Bereitschaft mit, etwas im Bereich der privaten Altervorsorge zu investieren. Häufigster Hinderungsgrund für die Wahl eines bestimmten Tarifes der Versicherung sind jedoch die komplizierten, gesetzlichen Regelungen, die junge Menschen schnell in ihrer Komplexität verwirren und so zu einem Zögern bis hin zum Vertragsabschluss bringen.

Gesetzliche Rente in den Augen junger Menschen definitiv nicht ausreichend


Das junge Menschen hoffnungsvoll in die Zukunft und hin zu ihrem Lebensalter schauen, ist bei weitem nicht mehr gegeben. Deutlich mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen machten deutlich, dass sie nicht an das Ausreichen der gesetzlichen Rente mehr glauben würden und somit die Notwendigkeit für eine private Zusatzabsicherung in jedem Fall gegeben wäre. Vielmehr rechnen sie damit, dass in einigen Jahrzehnten der Staat lediglich in der Lage sein dürfte, eine Mindestrente zu garantieren und somit die sozialen Leistungen gegenüber der heutigen Situation erheblich einschränken müssten. Durch die eigenen Eltern motiviert oder bereits von einem ersten Lehrgehalt finanziert, hat mehr als jeder dritte Jugendliche ein Versicherungsprodukt abgeschlossen, welches ihm beim Eintritt ins Rentenalter deshalb eine zusätzliche, finanzielle Sicherheit schenken soll, wobei viele junge Menschen bereit wären, auch mehrere Vorsorgeprodukte abzuschließen.

Riesterrente aktuell die beliebteste Anlageform der Jugendlichen

In der Befragung gaben 28% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, bereits ein Versorgungsprodukt abgeschlossen zu haben, welches im Rahmen der Riesterrente gefördert würde. Die meisten dieser Jugendlichen gaben jedoch an, sich für die Riesterrente entschieden zu haben, da sie einfach zu verstehen sei und man durch die staatliche Förderung einen klaren Überblick über die zusätzlichen Leistungen hätte. Dass es auf dem Versicherungsmarkt dennoch gute Alternativen zur Riesterrente geben kann, die möglicherweise auf die eigene Lebens- und Einkommenssituation besser abgestimmt sind und so die Chance auf eine noch bessere Absicherung im Alter bietet, ist nicht allen Befragten bewusst. Jedoch fehlt den meisten Jugendlichen auch das Verständnis für ein kompliziertes „Versicherungsdeutsch“, was den Abschlusswillen für weitere Produkte hemmt.