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Arbeitsunfähigkeitsversicherung
In jedem Lebensalter ist es möglich, dass ein Erwerbstätiger durch eine schwere Krankheit, einen Unfall oder eine andere Form der Invalidität nicht mehr in gewohnter und geregelter Weise seinem Beruf nachgehen kann. Je nach Schwere der Erkrankungen oder des Unfalls trifft dieser Zustand nicht nur für den zuletzt ausgeübten Beruf zu, sondern verhindert auch das Ausführen leichterer Tätigkeiten. In diesem Fall sprechen Versicherungen nicht mehr von der klassischen Berufsunfähigkeit, vielmehr liegt hier eine generelle Erwerbs- oder Arbeitsunfähigkeit vor. Eine solche hat deutlich gravierendere Folgen für den Betroffenen – sowohl in der Lebensgestaltung wie auch im finanziellen Bereich. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung hilft an dieser Stelle dabei, das eigene Leben weiterhin mit einer wesentlichen, finanziellen Grundsicherung zu meistern und nicht alleine auf Leistungen wie z.B. Hartz 4 angewiesen zu sein. Was Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit genau unterscheidet
Der Unterschied zwischen beide Begriffen lässt sich z.B. an einem klassischen Bauarbeiter festmachen, der über Jahre hinweg einer harten, körperlichen Tätigkeit ausgesetzt ist. Wie die Erfahrung zeigt, können nach Jahrzehnten größere, körperliche Beschwerden dafür sorgen, dass keine Lasten mehr getragen können oder anderweitig physisch gearbeitet werden kann, der Bauarbeiter ist somit für seinen zuletzt ausgeübten Beruf unfähig. Auch wenn hier eine Berufsunfähigkeit vorliegt, kann die gesundheitliche Situation jedoch weiterhin ausreichen, um z.B. einer klassischen Bürotätigkeit ohne größeren Belastungen für den Körper nachgehen. In diesem Fall wäre die betroffene Person zwar berufsunfähig bezogen auf ihre erlernte Tätigkeit, jedoch nicht generell arbeitsunfähig. Eine Arbeitsunfähigkeit tritt daher nur ein, wenn die Person komplett nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, womit deutlich größere, körperliche oder psychische Einschränkungen verbunden sein müssen. Lohnt sich die Absicherung einer Arbeitsunfähigkeit im Vergleich zur Berufsunfähigkeit?
Die Frage lässt sich nur individuell beantworten und hängt letztlich auch von den persönlichen Vorstellungen gegenüber dem Arbeitsleben und der gesundheitlichen Entwicklung ab. Viele Versicherungsnehmer bevorzugen die Absicherung der reinen Berufsunfähigkeit, da diese früher eintritt und somit auch früher Leistungen aus dem Versicherungsvertrag erwartet werden können. Viele Menschen gehen jedoch davon aus, dass die reine BU-Rente nicht zur Absicherung des Lebensstandards reicht, weshalb sie auch bei einer Berufsunfähigkeit weiterhin arbeiten, z.B. im klassischen Minijob-Bereich. Wer wirklich schwerer erkrankt sein sollte und somit an einer echten Arbeitsunfähigkeit leidet, kann seinen Versicherungsvertrag entsprechend höher dotieren, um somit nicht bei starken Einschränkungen einer Tätigkeit nachgehen zu müssen. Dies ist nicht mit finanziellen Nachteilen bei den Beiträgen verbunden – da das Risiko der kompletten Arbeitsunfähigkeit unwahrscheinlicher als die reine Berufsunfähigkeit ist, lässt sich diese Absicherung im Regelfall auch günstiger finanzieren. Den richtigen Vertrag für das Risiko Arbeitsunfähigkeit finden
Wer für sich individuell erkannt hat, dass eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung die richtige Wahl ist und dieser umfassende Schutz das Einkommen auch bei gänzlich ausbleibender Arbeitskraft ersetzen soll, wird wie in anderen Versicherungsbereichen einen Vergleich aktueller Tarife anstreben. Dieser ist deshalb wichtig, da sich große Unterschiede in den Tarifen zur Arbeitsunfähigkeit ergeben, vor allem was die Voraussetzungen an einen Leistungsfall angeht. Manche Versicherungen zahlen erst dann, wenn eine Berufsunfähigkeit von 100% vorliegt und zudem weitere Bedingungen erfüllt sind, die individuell je nach Vertrag zu prüfen sind. Neben der Beitragshöhe, die jeder Versicherungsnehmer natürlich auf einem überschaubaren Niveau halten möchte, spielt auch der Umgang mit den eingezahlten Beiträgen eine wesentliche Rolle. Möglich wird z.B. die Investition der Überschussanteile in einen Fonds, um die Auszahlungen im Leistungsfall zu erhöhen, andere Versicherungen gewähren hiermit eine Reduktion der Beiträge. Mit einem Kombivertrag mehrere Risiken abdecken
Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft ist vielen Bundesbürgern genau so wichtig wie die private Altersvorsorge. Beide Lebensbereiche gezielt miteinander zu verbinden, wird durch einen sogenannten Kombivertrag möglich. Hier kann eine Lebensversicherung oder eine Zusatzrente mit einer Berufs- oder Arbeitsunfähigkeitsversicherung verbunden werden, was bei vielen Gesellschaften einen niedrigeren Gesamtbeitrag gegenüber den beiden Einzelverträge mit sich bringt.